SPD empört über Aussperrungen bei Westerwelle

Verhalten der Unternehmensleitung ist unwürdig

Herford. Mit Empörung reagieren die Herforder Sozialdemokraten auf die Kündigungen und Aussperrungen im Betonwerk Westerwelle in Elverdissen. „Was dort abläuft, ist frühkapitalistisch und passt nicht ins 21. Jahrhundert“, so die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christa Kollmeier. „Wir stehen an der Seite der Arbeitnehmer, die nichts weiter getan haben, als ihr gutes Recht wahr zu nehmen.“
In der nicht tarifgebundenen Firma Westerwelle sei es überfällig gewesen, dass sich die Beschäftigten für den Abschluss eines Haustarifvertrages und die Gründung eines Betriebsrates eingesetzt hätten. „Wer heute schwer arbeitende Menschen mit 8 Euro Stundenlohn abspeist, handelt menschenunwürdig“, so Kollmeier.
Aus Sicht der SPD hätten Kai-Uwe und Manfred Westerwelle mit den kopflosen Kündigungen allerdings ein übles Eigentor geschossen: Die Kündigungen seien ganz offensichtlich rechtswidrig, was das Arbeitsgericht sicherlich in Kürze bestätigen werde. Und mit 20 Ausgesperrten fehle dem Unternehmen die Hälfte der Belegschaft, so dass die Produktion still liege. Der Ersatz durch Leiharbeiter, der das Unternehmen zudem teurer kommen würde, als die Zahlung von Tariflöhnen, sei von Zeitarbeitsfirmen bisher erfreulicherweise verweigert worden. Nicht zuletzt sei der Imageschaden für das Unternehmen gewaltig.
„Wenn die Firma durch die Ereignisse der letzten Tage ins Schlingern geraten sollte, ist das ausschließlich das Verschulden zweier Unternehmer, die glauben, nach Gutsherrenart regieren zu können“, so Kollmeier. Doch die Leidtragenden wären in erster Linie die Arbeitnehmer. „Wir fordern die Herren Westerwelle daher auf, endlich zur Vernunft zu kommen und sich mit der Gewerkschaft und den Beschäftigten an einen Tisch zu setzen.“

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