Intelligenztest für die CDU

Intelligenztest für die CDU

Anlässlich der Forderung einiger Unionspolitiker Intelligenztests für Einwanderer einzuführen, erklärt der Juso-Bundesvorsitzende Sascha Vogt: Wieder einmal spielt die Union auf ihrer rechten Leier: wir brauchen nur Zuwanderung, wenn sie „uns nützt“. Gefördert werden soll dieses Ziel indem „Intelligenztests“ für Einwanderer eingeführt werden. Eine solche Maßnahme erniedrigt, diskriminiert und verachtet Menschen! Der Union geht es beim Thema Zuwanderung nicht darum, das Einwanderungsland solidarisch zu gestalten und Integration zu fördern. Ziel ist ausschließlich die Verwertbarkeit von Menschen für die deutsche Wirtschaft. Doch Einwanderung darf sich nicht an wirtschaftlichen Kriterien orientieren. Die Union zeigt, dass sie aus den Debatten um ein modernes Einwanderungsland Deutschland nichts gelernt hat und bedient stumpf ausländerfeindliche Ressentiments. Vielleicht wäre es an der Zeit, über einen Intelligenztest bei dem einen oder anderen Abgeordneten der Union nachzudenken.

Quelle: Jusos.de

Redaktion

2 Kommentare

Blerta Veröffentlicht am2:52 pm - Aug 4, 2010

Ich finde es gar nicht so schlimm, dass Intelligenztests eingeführt werden sollen. Viele kommen nicht nach Deutschland, um zu arbeiten, sondern um vom deutschen Staat zu leben. Ich sehe das nicht anders, als die CDU.

Sebastian Veröffentlicht am11:10 am - Aug 5, 2010

Guten Tag und vielen Dank für Ihren Kommentar!

Zunächst einmal: Man kann und darf Zuwanderung nicht von einem IQ-Test abhängig machen!

„Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.“

Dieses Zitat sollten wir uns bei der Debatte um Integration immer wieder in Erinnerung rufen. Bei Integration geht es nicht im Vordergrund darum, Menschen für die deutsche Wirtschaft zu gewinnen.
Das Selektieren der Migration durch Intelligenztests ist in höchstem Maße diskriminierend!

Integration bedeutet für mich viel mehr gegenseitiger Respekt, gesellschaftliche Teilhabe, kultureller Austausch – zentral ist aber auch gute Bildung und Ausbildung.
Denn selbstverständlich sollen auch Migrantinnen und Migranten ein Schulabschluss erwerben, eine Berufsausbildung und/oder ein Studium abschließen und einen Beruf ergreifen.
Daher ist es wichtig und richtig, dass die Sozialdemokratie jedem Jugendlichen das Recht auf einen Schulabschluss, auf eine Berufsausbildung und auf ein Studium zuerkennt.
Wir müssen jedem jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben ermöglichen!

Die Gemeinschaftsschule der Rot-Grünen Landesregierung wird eine stärkere Integration ermöglichen. Sie fördert eine stärkere gesellschaftliche Durchmischung, sie ermöglicht mehr Schülern einen höheren Schulabschluss zu erwerben und stärkt die sozialen Kompetenzen der Schüler.
So können stärkere Schüler einer Klasse schwächeren helfen. Viele Unternehmen bewerten die Sozialkompetenz als mindestens ebenso wichtig wie die Fachkompetenz.
Nur logisch, dass diese in der Schule auch gefördert werden muss!
Die Ausbildungsgarantie sowie die Abschaffung der Studiengebühren werden jedem Jugendlichen einen Berufs- bzw. Studienabschluss ermöglichen.

Wichtig für die Integration von Migrantinnen und Migranten ist aber auch der kulturelle Austausch. Was Vorurteile und mangelnde Kenntnis über kulturelle Unterschiede zur Folge haben, kann man momentan in Herford Laar beobachten. Siehe: http://jusosherford.de/?p=2172
Mit der Forderung nach Intelligenztests für Migrantinnen und Migranten versucht die CDU anscheinend nach Stimmen „am rechten Rand“ zu fischen. Dies sollte eine demokratische Volkspartei nicht nötig haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian Christoffer