Herford zu unattraktiv für junge Leute

Jugendverbände fordern Freizeitangebote ein

Der Herforder Stadtrat hat die Baupläne eines Osnabrücker Investors abgelehnt, der an der Goebenstraße eine Freizeitanlage bauen wollte. Vorgesehen war eine Bowlinganlage mit Spielcasino, Restaurant und Fitnessstudio.

Dies hat zu einer Diskussion unter den Jugendverbänden von FDP und SPD geführt. Sie weisen darauf hin, dass die Politiker etwas für junge Menschen in der Stadt tun müssen.
„Wenn wir wollen, dass sie in Herford wohnen bleiben und sich wohlfühlen, dann müssen wir auch etwas dafür tun“, so der Herforder JuLi-Sprecher Dennis Piccoli.

„Die Innenstadt hat nicht viel zu bieten. Herford hat wenig Freizeitmöglichkeiten, die von den Jugendlichen wirklich gewünscht werden. Wenn ein privater Investor eine Bowlingbahn eröffnen möchte, dann soll er das tun dürfen und nicht von der Politik Steine in den Weg gelegt bekommen.“

Auch der FDP-Jungpolitiker Chris Dimitrakopoulos fordert dies. Nach seiner Meinung muss sich Herford fit machen für die Zukunft. „Es kann nicht sein, dass viele Jugendliche nach Bielefeld oder in umliegende Städte fahren müssen, um ihre Freizeit zu gestalten und ihren Hobbys nachzugehen“, sagt er und bezogen auf das gescheiterte Investoren-Projekt:

„Herford darf sich solchen innovativen Projekten nicht entgegenstellen.“ Dimitrakopoulos fordert den Stadtrat auf, dies bei seinen zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Das sehen die Jusos etwas anders: Ein Spielcasino sei nicht im Interesse von Kindern- und Jugendlichen. Die Herforder Jungsozialisten können sich jedoch dem Grundgedanken der Jungen Liberalen anschließen.

„Auch wir wünschen uns attraktivere Freizeitmöglichkeiten für Herford. Dazu zählt auch eine Bowlinganlage“, so Pascal Kuhfus, Vorsitzender der Jusos Herford.

Sebastian Christoffer, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Herford ergänzt: „Hier kann man ein attraktives Freizeitangebot für Jugendliche schaffen, ohne den städtischen Haushalt belasten zu müssen.“

Das Votum der Herforder Kommunalpolitiker können die Jusos jedoch gut verstehen: „Glücksspielsucht stellt ein großes Problem da. Diesen Trend wollen wir nicht weiter stärken“, sagt Kuhfus.

Für eine Bowlingbahn mit Restaurant und Fitnessstudio wollen sich die Jusos – im Interesse der Herforder Jugend – aber weiter einsetzen.

© 2011 Neue Westfälische (Artikel)

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