ITG kann Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal nicht realisieren

Kaufhof ITG Planung

Bürgermeister Bruno Wollbrink: „Wir werden das Grundstück erwerben, den Schandfleck beseitigen, um die Fläche neu zu entwickeln.“

Herford, 16.12.09. Die Immobilien-Treuhand-Gesellschaft aus Düsseldorf kann das in Herford geplante Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Kaufhofareal nicht verwirklichen. Die Stadt Herford wird nun das Grundstück von der ITG erwerben. Das dort stehende alte Kaufhofgebäude soll im neuen Jahr abgerissen werden. Gemeinsam mit einem Projektentwickler soll die Fläche neu entwickelt werden. Das weitere Vorgehen wird in Absprache mit der Politik erfolgen.

Als Gründe für ihren Rückzug vom Standort Herford gibt die ITG an, dass das geplante räumliche Gesamtkonzept aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisiert werden konnte. Man habe in dem geplanten Zeitraum nicht die geeigneten Unternehmen für alle vorgesehenen Verkaufsflächen akquirieren können. Eine Planung in einem kleineren Umfang habe die ITG nicht für sinnvoll erachtet. Man habe sich mit der Entscheidung gegen den Standort Herford bis zuletzt sehr schwer getan.

Kaufhof Bebauungsplan

Noch am 1. Oktober hatten die Stadt und die ITG den städtebaulichen Vertrag unterzeichnet. Am 30. Oktober hatte dann der Rat in seiner konstituierenden Sitzung den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Quartier verabschiedet. „Vor diesem Hintergrund überraschend hat uns die ITG Mitte dieser Woche mitgeteilt, dass sie ihr Vorhaben in Herford nicht realisieren kann“, so Bürgermeister Bruno Wollbrink. „Wir bedauern dies, allerdings wirft uns das auch nicht um.“ Das Stadtoberhaupt verweist auf das Vorkaufsrecht, dass sich die Stadt gesichert hatte, als die ITG das Grundstück vom DEKA Investment Fonds in Frankfurt erwarb.

Die Stadt werde das Grundstück samt Gebäude jetzt durch die städtische Holding Herforder Versorgungs- und Verkehrsbeteiligungs GmbH zu einem bereits vorher vertraglich festgelegten Preis von maximal 3,13 Millionen Euro erwerben. „Wir wollen den Schandfleck Kaufhof so schnell wie möglich beseitigen und das Gelände und damit unsere Innenstadt weiter entwickeln. Wir sind dabei für verschiedene Varianten offen und werden mit anderen Investoren Gespräche führen, die auf diesem Filetgrundstück in der Herforder Innenstadt investieren möchten“, sagt Bruno Wollbrink.

Wollbrink stellt klar, dass die Stadt trotz der enttäuschenden Absage der ITG besser dastehe, als vor dem Erwerb des Grundstückes durch die ITG. „Bis zum April 2008 hatten wir als Stadt keinen Zugriff auf das Gelände, das in dem Besitz der DEKA war. Wir mussten jahrelang tatenlos zusehen, wie dieser wichtige Bereich der Herforder Innenstadt vergammelte.“ Erst mit dem Erwerb des Areals durch die ITG habe man sich das Vorkaufsrecht sichern können. Damit wollten wir verhindern, dass sich der Fall Kaufhof wiederholt, wenn die ITG das Projekt nicht umsetzen kann.“

Kaufhof

Vertraglich sei mit der ITG auch vereinbart, dass die Stadt in die bestehenden Kaufverträge für andere Grundstücke unter anderem am Gehrenberg einsteigen könne. Über diese Flächen wollte die ITG das Gebäude unmittelbar an die Fußgängerzone anbinden. Die Verträge sollen in den kommenden Wochen geprüft werden. Gleichzeitig sollen mit anderen Investoren Gespräche geführt werden. „Wir werden dann gemeinsam mit der Politik über das weitere Vorgehen entscheiden“, so Bürgermeister Bruno Wollbrink.

Soweit eine Pressemitteilung des Rathauses

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