Wir trauern mit Norwegen

Kerzen

Bildquelle: Flickr-Nutzer onnola , freigegeben über Creative Commons

Anlässlich der Anschläge in Norwegen erklären der Juso-Bundesvorsitzende, Sascha Vogt, und die Vizepräsidentin der International Union of Socialist Youth (IUSY), Cordula Drautz:

„Wir sind geschockt und entsetzt von den Ereignissen in Norwegen. Unsere Gedanken und Herzen sind bei den Opfern und Angehörigen des Jugendcamps und des Bombenanschlags in Oslo. Unsere sozialdemokratische Schwesterorganisation AUF ist Ziel eines grausamen Attentats geworden. Über 80 Genossinnen und Genossen wurden getötet. Die Brutalität und der Hass, mit der der Täter vorging, sprengen unsere Vorstellungskraft.

Wir trauern mit allen Norwegern und der norwegischen Sozialdemokratie. Wir erklären unsere Solidarität mit all denjenigen, die sich für Toleranz und Demokratie und gegen Terrorismus, Hass und Gewalt engagieren. Die AUF weiß die Jusos und IUSY an ihrer Seite. Uns verbindet eine lange und tiefe Freundschaft. Mit der Gründung der IUSY 1907 haben sich europäische Sozialdemokraten gegen aufkommenden Nationalismus und Faschismus gestellt. Willy Brandt ging während der Nazidiktatur ins Exil nach Norwegen. Jusos und AUF kämpfen gemeinsam für internationale Verständigung und gegen Gewalt. Niemand, auch nicht Terroristen, werden uns einschüchtern können und von diesem Ziel abbringen. Lasst uns gemeinsam beim IUSY-Festival nächste Woche zeigen: Unsere Idee ist stärker als ihre Gewalt!“

Auf dem Juso-Blog findet man ein virtuelles Kondolenzbuch .
Die gemeinsame Erklärung von IUSY und Ecosy findet man hier .

„Wer was bewirken will, muss große Worte finden“

Grundlagenseminar der Jusos im Kreis Herford im Tagungshaus Wiesenhof

Grundlagenseminar

Die Jusos im Kreis Herford mit Ernst-Wilhelm Rahe (dritter von links vorne).

Unter diesem Motto fand am vergangenen Wochenende das Grundlagenseminar der Jusos im Kreis Herford statt. Die Jusos haben sich für das Wochenende ein volles Programm vorgenommen. Gestartet wurde mit einer „Schreibwerkstatt“, die von Ernst-Wilhelm Rahe, Mitglied des SPD-Landesvorstandes, geleitet wurde. Nomen, Verben und Adjektive wollten in die richtige Reihenfolge gebracht, Zeitungen analysiert und journalistische Fähigkeiten verfeinert werden.

Nach Kaffee und Kuchen referierte Alexandra Wend, Mitglied im Juso-Landesvorstand und Mitglied im Gleichstellungsteam auf NRW-Ebene, zum Thema Geschichte der SPD und Jusos. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Geschichte der proletarischen Frauenbewegung und gab einen Ausblick auf die politische Arbeit der NRW Jusos. Während der anschließenden Diskussion konnten einige Ideen zur besseren Einbindung junger Frauen in die politische Arbeit gesammelt werden. Ausklang fand der erste Seminartag beim gemeinsamen Singen von sozialistischen Arbeiterliedern. Außerdem gab es die Fußball-WM der Frauen auf Großleinwand.

Am Sonntag referierte Alexander Sturm, Sprecher der Jusos Löhne, zum Thema „Erneuerbare Energien“. In der Diskussion wurde besonders auf die Energiewende der Bundesregierung eingegangen. „Wichtig sei es zukünftig auf „Erneuerbare Energien“ und „Energieeffizienz“ zu setzen, so Korinna Klute, Vorsitzende der Jusos im Kreis Herford. Mit vielen neuen Ideen und Erfahrungen starten die Jusos in die zweite Jahreshälfte.

NRW Jusos begrüßen mehr Mitbestimmung im Öffentlichen Dienst

Heute verabschiedete der Landtag die Novelle des Landespersonalvertretungsgesetzes (LPVG). Veith Lemmen, Landesvorsitzender der NRW Jusos zeigt sich erfreut über die Stärkung der Mitbestimmung im Öffentlichen Dienst:

„Die Regierung Rüttgers hat 2007 die Mitbestimmung im Öffentlichen Dienst mutwillig beschnitten. Es war höchste Zeit, dass diese Bevormundung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem in Schulen und Hochschulen zurückgenommen wurde.

Die heute verabschiedete Gesetzesänderung gibt den Personalvertretungen im Öffentlichen Dienst wieder die nötigen Rechte und Freiräume für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mit den ArbeitgeberInnen. Bedauerlich ist zwar, dass studentische Hilfskräfte weiterhin nicht in den Geltungsbereich des Gesetzes fallen sollen. Die Stärkung der Jugend- und Auszubildendenvertretungen hingegen begrüßen wir Jusos besonders.

Außerdem freuen wir uns, dass die Rot-Grüne Landesregierung auch hier ihren Worten Taten folgen lässt. Denn gerade für junge Menschen ist es wichtig zu sehen, dass die Politik Wort hält. Zuerst wurden die Studiengebühren abgeschafft. Das letzte Kitajahr ist in Zukunft ebenfalls beitragsfrei. Nun wird mit der Änderung des LPVG erneut ein Wahlversprechen eingelöst.“

Jusos: „Julis verharmlosen Gefahren der Glücksspielsucht“

Casino

Bildrechte: Creative Commons (Flickr-Nutzer Alumisionero)

Herford. Die Jusos Herford nehmen Bezug auf die Pressemitteilung der Jungen Liberalen vom 15.Juni über die geplante Bowlinganlage an der Goebenstraße.
Die Julis kritisierten, dass die Jungsozialisten zwar eine Bowlinganlage befürworten, sich jedoch gegen ein angeschlossenes Spielcasino aussprechen. Diese Position sei widersprüchlich. Wer gegen das Automatencasino sei, der verhindere auch eine Bowlinganlage.

„Dem ist nicht so!“, widerspricht Pascal Kuhfus vehement, „Es ist zwar richtig, dass der Osnabrücker Investor die Bowlinganlage nur mit angrenzendem Spielcasino bauen möchte. Jedoch können Bowlinganlagen auch ohne Casino gewinnbringend betrieben werden.“ Dies zeigten beispielsweise Bowlinganlagen in Bünde oder Bielefeld.

Der SPD-Nachwuchs sieht daher Stadt und Investor in der Pflicht in Verhandlungen zu treten. „Vielleicht kann die Stadt dem Investor ja auf eine andere Art entgegen kommen“, merkt Sebastian Christoffer an, „Wir wollen dem Investor keine Steine in den Weg legen, jedoch sehen wir ein weiteres Spielcasino als ethisch problematisch an.“ So dürfe man die Gefahr der Glücksspielsucht nicht unterschätzen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geht deutschlandweit von 100.000 Glücksspielsüchtigen aus. „Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass die Süchtigen meist ihr gesamtes Vermögen verspielen.“, so Meshut Cakar.

Die Jungsozialisten sehen die lockere Haltung der FDP-Nachwuchsorganisation zum Thema Glücksspiel daher als sehr bedenklich an. So sei es zwar richtig, dass ein Casino für minderjährige Jugendliche nicht zugänglich ist, die Besucher einer Bowlinganlage seien jedoch bei Weitem nicht alle unter 18.

Die SPD-Jungpolitiker sehen hier marktradikale Tendenzen bei den Julis. So gehöre es in der sozialen Marktwirtschaft auch dazu, private Bauvorhaben aus ethischen Gründen zu verhindern, denn Politik – so betonen die Jusos – habe eine hohe gesellschaftliche Verantwortung.

Herford zu unattraktiv für junge Leute

Jugendverbände fordern Freizeitangebote ein

Der Herforder Stadtrat hat die Baupläne eines Osnabrücker Investors abgelehnt, der an der Goebenstraße eine Freizeitanlage bauen wollte. Vorgesehen war eine Bowlinganlage mit Spielcasino, Restaurant und Fitnessstudio.

Dies hat zu einer Diskussion unter den Jugendverbänden von FDP und SPD geführt. Sie weisen darauf hin, dass die Politiker etwas für junge Menschen in der Stadt tun müssen.
„Wenn wir wollen, dass sie in Herford wohnen bleiben und sich wohlfühlen, dann müssen wir auch etwas dafür tun“, so der Herforder JuLi-Sprecher Dennis Piccoli.

„Die Innenstadt hat nicht viel zu bieten. Herford hat wenig Freizeitmöglichkeiten, die von den Jugendlichen wirklich gewünscht werden. Wenn ein privater Investor eine Bowlingbahn eröffnen möchte, dann soll er das tun dürfen und nicht von der Politik Steine in den Weg gelegt bekommen.“

Auch der FDP-Jungpolitiker Chris Dimitrakopoulos fordert dies. Nach seiner Meinung muss sich Herford fit machen für die Zukunft. „Es kann nicht sein, dass viele Jugendliche nach Bielefeld oder in umliegende Städte fahren müssen, um ihre Freizeit zu gestalten und ihren Hobbys nachzugehen“, sagt er und bezogen auf das gescheiterte Investoren-Projekt:

„Herford darf sich solchen innovativen Projekten nicht entgegenstellen.“ Dimitrakopoulos fordert den Stadtrat auf, dies bei seinen zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Das sehen die Jusos etwas anders: Ein Spielcasino sei nicht im Interesse von Kindern- und Jugendlichen. Die Herforder Jungsozialisten können sich jedoch dem Grundgedanken der Jungen Liberalen anschließen.

„Auch wir wünschen uns attraktivere Freizeitmöglichkeiten für Herford. Dazu zählt auch eine Bowlinganlage“, so Pascal Kuhfus, Vorsitzender der Jusos Herford.

Sebastian Christoffer, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Herford ergänzt: „Hier kann man ein attraktives Freizeitangebot für Jugendliche schaffen, ohne den städtischen Haushalt belasten zu müssen.“

Das Votum der Herforder Kommunalpolitiker können die Jusos jedoch gut verstehen: „Glücksspielsucht stellt ein großes Problem da. Diesen Trend wollen wir nicht weiter stärken“, sagt Kuhfus.

Für eine Bowlingbahn mit Restaurant und Fitnessstudio wollen sich die Jusos – im Interesse der Herforder Jugend – aber weiter einsetzen.

© 2011 Neue Westfälische (Artikel)