Maikundgebung in Herford

Die Herforder Jungsozialisten unterstützen den Aufruf des DGB-Kreis Herford in der DGB-Region Ostwestfalen-Lippe zur die Kundgebung am 1. Mai in Herford:

Maikundgebung DGB

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes (V.i.S.d.P) sowie Copyright (Jegliche Verwendung bedarf einer ausdrücklichen Einverständniserklärung!):
Irmgard Pehle –Lange Str. 13a, 32051 Herford,
DGB-Kreis Herford in der DGB-Region Ostwestfalen

Für Friedliche Proteste gegen Feinde der Demokratie

zur Vorgeschichte (Artikel Spiegel Online)

Die SPD-Bundestagsfraktion hat folgende Pressemeldung zur Sitzblockade von Wolfgang Thierse veröffentlicht:

Zu dem demokratisch beanstandungsfreien Verhalten von Wolfgang Thierse am 1. Mai 2010 erklären für die Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der SPD-Bundestagsfraktion die Abgeordneten Sönke Rix, Daniela Kolbe, Martin Gerster und Steffen-Claudio Lemme:

Die Kritik an Bundestagvizepräsident Wolfgang Thierse durch Bundesinnenminister Thomas de Maiziere und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist scheinheilig und völlig verfehlt.

Der friedliche Protest gegen Feinde der Demokratie ist genau jene Zivilcourage, die wir zu recht von allen Bürgerinnen und Bürgern erwarten und immer wieder einfordern. Das Handeln jener 10.000 Berlinerinnen und Berliner, die sich dem rechtsextremen Aufmarsch in den Weg gestellt haben, verdient Respekt und Anerkennung. Den gleichen Respekt verdient auch Wolfgang Thierse.

Seine politische und moralische Integrität ist über jeden Zweifel erhaben. Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich Thierse gegen Rechtsextremismus, hat bundesweit hunderte Initiativen, Projekte und Schulen vor Ort besucht und Menschen ermutigt, Courage zu zeigen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Deshalb ist es völlig unangebracht, ihm populistische oder gar selbstsüchtige Motive vorzuwerfen. Diese Vorwürfe würden sich dann auch gegen die 10.000 protestierenden Berlinerinnen und Berliner richten, die sich den Rechtsextremen in den Weg gestellt haben.

Statt Wolfgang Thierse zu kritisieren, der sich seit vielen Jahren vorbildlich im Kampf gegen den Rechtsextremismus engagiert, sollten sich die Bundesminister de Maiziere und Schröder eher fragen, welche Versäumnisse sie sich bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus vorzuwerfen haben.

Quelle (Text) : SPD-Bundestagsfraktion

Blockieren gegen Nazis bleibt richtig!

Anlässlich der Anschuldigungen gegen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und die anderen Blockierenden erklärt die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel:

„Wir Jusos halten es für einen großartigen Erfolg, dass am Wochenende über 10.000 Menschen allein in Berlin gegen Nazis protestiert haben. Wir finden es richtig, sich den Nazis in den Weg zu stellen. Die immer wieder auftretenden Versuche, antifaschistisches Engagement zu kriminalisieren wie bereits am 13. Februar in Dresden, sind in unseren Augen ein Skandal.

Dass es jetzt Rücktrittsforderungen an Wolfgang Thierse gibt, ist unfassbar. Als Jusos finden wir es großartig, dass er selbst am Samstag auf der Straße war, ziviles Engagement gezeigt und sich den Nazis in den Weg gestellt hat. Er hat unsere Unterstützung und ihm gilt unsere Solidarität.

Wir werden auch weiterhin gegen Nazis kämpfen und uns ihnen in den Weg stellen. Wir hoffen, dass auch weiterhin prominente Personen mit dabei sind, wenn es darum geht, Flagge zu zeigen: gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und gegen menschenverachtende Ideologien!“

(Quelle: jusos.de )

Dort fährt gerade der NRW-Jusos Bulli auf den Hof – er ist allerdings wegen der um 16:00 stattfindenden Wahlkampfveranstaltung mit Hannelore Kraft da. Die Genossen sagen mir, ProNRW seie am Jahnplatz.

Von weitem sehe ich schon, dass alle (Jusos, Grüne Jugend, Linksjugend, Antifa etc) in den U-Bahneingang drängen. Mit Megaphonen wird ausgegeben, die Rechten wären jetzt auf dem Weg nach Brackwede. Am U-Bahn-Bahnsteig treffe ich Christoph Kleineberg (Jusos Bünde).

Ich steige in die überfüllte Bahn nach Brackwede ein. Sieht schon lustig aus – schwarz gekleidete Antifa’s neben Grundschulkindern.

Sowie die Straßenbahn in Brackwede ankommt, sehe ich schon den ProNRW Bus, umringt von einer Kette der Polizei, sowie vieler friedlicher Demonstranten. Ich gehe weit nach vorne, gleich in die 2. Reihe. Die Nazis (ganze 8 an der Zahl), ausgerüstet mit Lautsprecherequipment, kann ich aber trotzdem nicht verstehen.

Die Trillerpfeifen und „Nazis raus!“- Rufe sind einfach viel zu laut. Sehr schön!

Ich merke auch, dass sich hier nicht nur „linksextreme“ hier versammelt haben. Viele, von den Forderungen ProNRWs explizit betroffene Muslime, haben sich ebenfalls zur Demonstration hinbewegt.

Auch die Jungen Liberalen aus Bünde haben den Weg nach Brackwede gefunden. Schön, dass man über Parteigrenzen hinweg Rechtsextremismus bekämpfen kann. Aber auch ganz „normale Bürger“ zeigen deutlich, dass Sie gegen rechts sind.

Irgendwann fangen dann die Eier an zu fliegen. Einige Demonstranten müssen sich wohl in den ansässigen Supermärkten mit Eiern versorgt haben. Und die fliegen jetzt alle in Richtung ProNRW. Die stehen dort mit Flyern „Kreuzzug für das Abendland“ und halten eine Bibel hoch. Für was Gott nicht alles verantwortlich gemacht wird…

Nachdem der ganze Platz nun nur noch stinkt und der eine oder andere Nazi vom Ei getroffen wurde, wollen die Nazis weiter nach Gütersloh, um dort Ihre menschenverachtenden Parolen zu verbreiten. Aber das wollen wir natürlich nicht. Durch massiven Polizeieinsatz gelingt es den Rechten jedoch am Ende in Richtung Gütersloh abzufahren. Doch dort hatten Sie, nach Berichten anderer Jusos, wohl auch keinen wirklichen Erfolg.

Leider eskaliert die Situation nun ein wenig. Linksextreme schmeißen Bierflaschen auf Polizisten, die antworten mit Tränengas. Ich beobachte das Geschehen aus der Ferne und nehme die nächste Straßenbahn zum Hauptbahnhof.