Ein Jugendparlament für Herford? – Herforder Jusos setzen sich für mehr Jugendpartizipation ein

Reichstagskuppel
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Herford. Die Jungsozialisten/innen in der SPD Herford setzen sich für eine Stärkung der Jugendpartizipation ein. Pascal Kuhfus erläutert: „Auf dem Stadtverbands-parteitag der Herforder Sozialdemokraten haben wir einen Antrag zur Stärkung der Partizipation von Kindern- und Jugendlichen beschlossen. Wir machen uns für einen Jugendbeirat bzw. für ein Jugendparlament stark.“

Die Jusos möchten Kinder und Jugendliche möglichst früh in demokratische Prozesse einbinden, um Kompetenzen für die Mitwirkung an kommunalpolitischen Entscheidungen zu fördern und ein demokratisches Grundverständnis zu festigen.
Alexander Haertel betont, dass es in Herford bereits vergleichbare Beiträte für Seniorinnen und Senioren sowie für Migrantinnen und Migranten gebe. Auch sei ein Jugendparlament in benachbarten Städten, wie Bad Oeynhausen und Vlotho bereits erfolgreich in die bestehenden kommunalpolitischen Prozesse integriert und leiste dort gute Arbeit.

Der SPD-Nachwuchs will sich nun zunächst die Arbeit von Jugendparlamenten und -beiräten in anderen Kommunen ansehen und anschließend ein Konzept für ein Herforder Jugendparlament entwickeln.

Wir sind nicht bange: Alles bleibt gut

SPD-Stadtverband bestätigt seinen Vorstand im Amt und stimmt sich auf die Landtagswahl ein

Herford. Bis letzten Mittwoch war alles gut für die SPD im Land Nordrhein-Westfalen. Doch erstens kommt alles anders, zweitens als man denkt. „Wir dürfen die Situation nicht unterschätzen, sind aber alles andere als bange“, ermunterte der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze 119 Anwesende von insgesamt 500 Mitgliedern im Stadtverband Herford beim Parteitag im Schützenhof. Mit Blick auf die Neuwahl des Landtags ist er sich sicher: „Alles bleibt gut.“

Schwartze wie auch Bürgermeister Wollbrink und die mit großer Mehrheit wiedergewählte Stadtverbandsvorsitzende Christa Kollmeier lobten in ihren Ansprachen die Arbeit der Landesregierung, insbesondere aber die beiden heimischen Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück (Löhne). Beide wollen wieder kandidieren. „Wir haben in den letzten 20 Monaten Etliches erreicht und können uns deshalb voller Zuversicht dem Votum der Wähler stellen. Packen wir’s gemeinsam an“, stimmte Dahm die Genossen auf den Wahlkampf ein.

Statt der Landespolitik muss Horst Heining die Entwicklung der Stadt Herford im Auge behalten. Der Fraktionschef sieht das interne „Klima zwischen Fraktion und Stadtverband“ zwar verbessert, wünscht sich aber eine bessere Außendarstellung seiner Partei und „doch auch mal einen positiven Leserbrief über den Bürgermeister, statt die veröffentlichte Meinung dem politischen Gegner zu überlassen.“ Was den Gegner angeht, nämlich vor allem die CDU, habe sich die SPD im Sinne einer großen Mehrheit bei der Haushaltskonsolidierung kooperativ gezeigt. „Es kann aber nicht sein, dass nur wir die Kröten schlucken. Auch die CDU muss Zugeständnisse machen.“ Oberste Devise bei Investitionen müsse die Finanzierbarkeit sein. Dazu habe er von der CDU noch keinen einzigen Vorschlag gehört, ob es der Neubau der Radewiger Brücke und die Einrichtung kleiner Mensen in den weiterführenden Schulen sei. „Wir werden uns überraschen lassen“, so Heining kämpferisch. Wegen der ungeklärten Situation in Düsseldorf rechnet er allerdings damit, „dass wir in Herford vor Mitte des Jahres keinen Haushalt haben werden.“

Mit einer Schmonzette gegen den politischen Gegner leitete Bürgermeister Bruno Wollbrink seine Rede ein: Ein Sozialdemokrat habe ihm angekündigt, noch auf dem Sterbebett in die CDU einzutreten. Auf die Frage Wollbrinks nach dem Warum, antwortete er: „Es ist besser, es stirbt einer von denen.“

Nicht witzig, sondern sehr ernst ging der Bürgermeister anschließend auf die bevorstehende Rekommunalisierung des Stromnetzes ein, worum er vom Ex-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Spanier gebeten worden war. Die Rekommunalisierung sei eine große Chance, die es sicherlich ohne Fukushima nicht gegeben hätte, sie berge aber auch Risiken. Ob sie gelinge, so Wollbrink, hänge wesentlich von einem realistischen Kaufangebot seitens Eon ab, aber auch von der Frage, wie viele Kommunen in der Region bereit seien mitzumachen. Und da im ehemaligen EMR-Gebiet fast alle Konzessionsverträge schon 2013 auslaufen, wachse auch der Zeitdruck. „Auf der kommunalen Seite darf es nur Gewinner geben“, mahnte der Bürgermeister. Und: „Eine so wichtige Entscheidung für die Region darf nicht der parteipolitischen Profilierung dienen. Deshalb gehört das Thema auch nicht in den Wahlkampf.“

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Jusos informieren sich über Netzgesellschaft

Die Jusos Herford treffen sich am Mo. 09.01. ab 19:15 Uhr im „Juso Keller“ hinter dem SPD-Parteibüro an der Mindener Straße 5, um sich über die Pläne einer Netzgesellschaft zu informieren. Die Stadt Herford überlegt eine solche Gesellschaft gemeinsam mit der E.ON Westfalen-Weser AG zu gründen. Diese Gesellschaft wäre dann für die Instandhaltung des Herforder Stromleitungsnetz verantwortlich.
Zu diesem Thema wird Julian Frohloff, Ratsherr in der SPD-Stadtratsfraktion referieren und über Vor- und Nachteile sowie Alternativen berichten.

Fair Play beim 1. SPD-Radewiger Fußballcup


Die drei siegreichen Mannschaften vom 1. SPD-Radewiger Fußballcup freuen sich über den Pokal und Gutscheine für eine Eisdiele.

Herford. 30 Jugendliche und junge Erwachsene spielten am letzten Freitag um den ersten Fußballcup der SPD-Radewig. Fast hätte der Veranstalter das Turnier kurzfristig mangels Anmeldungen abgesagt, aber die Initiatoren Birgitt Fischer und Pascal Kuhfus vom SPD-Ortsverein Radewig ließen sich nicht beirren: „Die kommen sicher ohne Anmeldung“, glaubten die Genossen und behielten recht.

Die Mannschaften aus dem Quartier „Im Kleinen Felde“ nennen sich Bad Boy fair, Ausländer Express und Die G´s Dieselstraße. Sie treffen sich fast täglich auf dem Fußballplatz gegenüber dem Freibad. „Fußball ist unsere Leidenschaft, wir spielen hier bei jedem Wetter,“ sagte Hüsko von den Bad Boy fair. Und dann zeigt Hüsko die vielen Schrammen an seinen Beinen: „Der Ball fliegt oft da hinten in die Dornenbüsche weil der Zaun an der Seite nicht hoch genug ist. Da hat die Stadt an der falschen Stelle gespart, genau wie hier beim geteerten Platz, da gehört Kunstrasen drauf “, sagt der junge Mann bevor er aufs Feld stürmte.

Die vierte Mannschaft heißt Fantastic 5 und ist eine Gruppe Sportschwimmer vom Stiftberg. Ihnen kam nicht nur die gute Kondition sondern auch die Erfahrung ihrer Herringhauser Fußballer zugute. 3-4 mal pro Woche schwimmen sie ihre Bahnen im benachbarten Freibad. Da war es nur verständlich, dass die anwesenden Ratsmitglieder von Schwimmer Lennart auf zu kurze Öffnungszeit (bis 19 Uhr) und die erhöhten Eintrittspreise angesprochen wurden. Doch am Freitag kamen die Schwimmer zum Fußballspielen, bei dem selbstverständlich auch die JUSOs um Pascal Kuhfus eine eigene Mannschaft stellten.

Auf dem Platz ging es sportlich fair zur Sache. Nur in der Schlussphase, als die Kräfte bei allen nachließen und der Pokal in greifbare Nähe kam, musste Schiedsrichter einige gelbe Karten ziehen und einen Platzverweis aussprechen.

Nach fast vier Stunden standen die Sieger fest: Der Ausländer Express, bestehend aus einem Freundeskreis vom Mobil Heim, blieb im Turnier ungeschlagen und gewann den Pokal. Auf Platz 2. folgten die Bad Boy fair und den 3. Platz belegten die Fantastic 5. Es folgten „Die G`s Dieselstraße“ und die Jusos.

Nach der Pokalübergabe zogen Birgitt Fischer und Pascal Kuhfus von der SPD-Radewig ihr Fazit: „Der Nachmittag war ein voller Erfolg und zeigt einmal mehr wie wichtig der Sport für die Integration ist. Hier treffen sich Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft, finden ihre Gemeinsamkeiten und tolerieren Unterschiede.“ Ein besonderer Dank der Veranstalter gilt den Stadtwerken, die mehrere Kisten H2O-Mineralwasser zur Verfügung stellten, die bei den warmen Temperaturen gerne angenommen wurde.

Jusos: „Julis verharmlosen Gefahren der Glücksspielsucht“

Casino

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Herford. Die Jusos Herford nehmen Bezug auf die Pressemitteilung der Jungen Liberalen vom 15.Juni über die geplante Bowlinganlage an der Goebenstraße.
Die Julis kritisierten, dass die Jungsozialisten zwar eine Bowlinganlage befürworten, sich jedoch gegen ein angeschlossenes Spielcasino aussprechen. Diese Position sei widersprüchlich. Wer gegen das Automatencasino sei, der verhindere auch eine Bowlinganlage.

„Dem ist nicht so!“, widerspricht Pascal Kuhfus vehement, „Es ist zwar richtig, dass der Osnabrücker Investor die Bowlinganlage nur mit angrenzendem Spielcasino bauen möchte. Jedoch können Bowlinganlagen auch ohne Casino gewinnbringend betrieben werden.“ Dies zeigten beispielsweise Bowlinganlagen in Bünde oder Bielefeld.

Der SPD-Nachwuchs sieht daher Stadt und Investor in der Pflicht in Verhandlungen zu treten. „Vielleicht kann die Stadt dem Investor ja auf eine andere Art entgegen kommen“, merkt Sebastian Christoffer an, „Wir wollen dem Investor keine Steine in den Weg legen, jedoch sehen wir ein weiteres Spielcasino als ethisch problematisch an.“ So dürfe man die Gefahr der Glücksspielsucht nicht unterschätzen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geht deutschlandweit von 100.000 Glücksspielsüchtigen aus. „Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass die Süchtigen meist ihr gesamtes Vermögen verspielen.“, so Meshut Cakar.

Die Jungsozialisten sehen die lockere Haltung der FDP-Nachwuchsorganisation zum Thema Glücksspiel daher als sehr bedenklich an. So sei es zwar richtig, dass ein Casino für minderjährige Jugendliche nicht zugänglich ist, die Besucher einer Bowlinganlage seien jedoch bei Weitem nicht alle unter 18.

Die SPD-Jungpolitiker sehen hier marktradikale Tendenzen bei den Julis. So gehöre es in der sozialen Marktwirtschaft auch dazu, private Bauvorhaben aus ethischen Gründen zu verhindern, denn Politik – so betonen die Jusos – habe eine hohe gesellschaftliche Verantwortung.

Herford zu unattraktiv für junge Leute

Jugendverbände fordern Freizeitangebote ein

Der Herforder Stadtrat hat die Baupläne eines Osnabrücker Investors abgelehnt, der an der Goebenstraße eine Freizeitanlage bauen wollte. Vorgesehen war eine Bowlinganlage mit Spielcasino, Restaurant und Fitnessstudio.

Dies hat zu einer Diskussion unter den Jugendverbänden von FDP und SPD geführt. Sie weisen darauf hin, dass die Politiker etwas für junge Menschen in der Stadt tun müssen.
„Wenn wir wollen, dass sie in Herford wohnen bleiben und sich wohlfühlen, dann müssen wir auch etwas dafür tun“, so der Herforder JuLi-Sprecher Dennis Piccoli.

„Die Innenstadt hat nicht viel zu bieten. Herford hat wenig Freizeitmöglichkeiten, die von den Jugendlichen wirklich gewünscht werden. Wenn ein privater Investor eine Bowlingbahn eröffnen möchte, dann soll er das tun dürfen und nicht von der Politik Steine in den Weg gelegt bekommen.“

Auch der FDP-Jungpolitiker Chris Dimitrakopoulos fordert dies. Nach seiner Meinung muss sich Herford fit machen für die Zukunft. „Es kann nicht sein, dass viele Jugendliche nach Bielefeld oder in umliegende Städte fahren müssen, um ihre Freizeit zu gestalten und ihren Hobbys nachzugehen“, sagt er und bezogen auf das gescheiterte Investoren-Projekt:

„Herford darf sich solchen innovativen Projekten nicht entgegenstellen.“ Dimitrakopoulos fordert den Stadtrat auf, dies bei seinen zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Das sehen die Jusos etwas anders: Ein Spielcasino sei nicht im Interesse von Kindern- und Jugendlichen. Die Herforder Jungsozialisten können sich jedoch dem Grundgedanken der Jungen Liberalen anschließen.

„Auch wir wünschen uns attraktivere Freizeitmöglichkeiten für Herford. Dazu zählt auch eine Bowlinganlage“, so Pascal Kuhfus, Vorsitzender der Jusos Herford.

Sebastian Christoffer, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Herford ergänzt: „Hier kann man ein attraktives Freizeitangebot für Jugendliche schaffen, ohne den städtischen Haushalt belasten zu müssen.“

Das Votum der Herforder Kommunalpolitiker können die Jusos jedoch gut verstehen: „Glücksspielsucht stellt ein großes Problem da. Diesen Trend wollen wir nicht weiter stärken“, sagt Kuhfus.

Für eine Bowlingbahn mit Restaurant und Fitnessstudio wollen sich die Jusos – im Interesse der Herforder Jugend – aber weiter einsetzen.

© 2011 Neue Westfälische (Artikel)