Mitbestimmung, ja sicher – aber wie?

Mitbestimmung, ja sicher – aber wie?

Partizipation für Jugendliche: Sie soll ins Wahlprogramm der SPD / Partei und Jusos suchen den Dialog

Das Podium: Julian Frohloff, Pascal Kuhfus, Dr. Georg Robra, Horst Heining, Andreas Rödel und Christa Kollmeier (v. l., bis auf den Dezernenten Robra alle SPD) suchen nach Wegen, wie Mitbestimmung Jugendlicher in Kommune und Politik aussehen könnte. FOTO: RALF BITTNER

VON RALF BITTNER
Herford. Das Ziel, das die SPD bis zum Kommunalwahlkampf 2014 in ihr Wahlprogramm aufnehmen möchte, scheint eigentlich ganz einfach, nämlich „Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Prozessen“. Eine erste Diskussionsrunde im Jugendzentrum die 9 brachte vor allem eines: weiteren Diskussionsbedarf.

Ähnlich dem Bürger-Dialog, soll das Programm im Miteinander der Betroffenen und Menschen, die in der Jugendarbeit tätig sind, entstehen. Julian Frohloff (SPD) erinnerte an die Debatte um die Sperrung des Schulhofs Meierfeld, wo es zwar einen Klärungsversuch zwischen jugendlichen Nutzern und lärmgeplagten Anwohnern gegeben habe, sich am Ende aber die Mächtigen, in diesem Falle die Erwachsenen, durchgesetzt hätten.

Jugend-Dezernent Dr. Georg Robra warf grundsätzliche Fragen auf: „Es muss geklärt werden, wie Jugendliche, Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen.“ Ein anderes Problem sei es, dass sich oft nur Jugendliche aus bürgerlichen Familien engagieren. Und wie das Beispiel der Mittelstreichung für das Fla zeige, bedeute ein Gespräch nicht automatisch, dass sich auch eine einvernehmliche Lösung finden lasse.

Horst Heining, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat und Mitglied im Jugendausschuss, bezweifelte, dass die bestehenden kommunalen Strukturen überhaupt geeignet seien, um Jugendlichen eine Mitbestimmung zu ermöglichen: „Glauben Sie und wollen wir, dass Kinder etwa über den Haushalt mitdiskutieren können?“ Außerdem hegt er Zweifel daran, dass Schule trotz aller Bemühungen wirklich vermittele, welche Chancen eine Mitbestimmung biete.

Praktiker wie Claudia Griese (Jugendzentrum die 9) glauben, dass Kinder sich dann engagieren, wenn das Thema sie unmittelbar betrifft und erinnerte an die Beteiligung von Kindern bei der Gestaltung von Spielplätzen: „Wichtig ist aber, dass etwas passiert. Wenn die Kinder sich einen Dschungel wünschen, dann müssen sich die zuständigen Mitarbeiter auch auf die Suche nach passenden Spielgeräten machen.“

Ein missglücktes Beispiel sei das Beteiligungsprojekt im Kleinen Feld. Über Jahre hätten sich Bürger, Kinder und Jugendliche – selbst sonst nur schwer zu erreichende Menschen mit Migrationshintergrund – mit ihren Ideen eingebracht, und dann sei nichts passiert. „Wenn so etwas ein paar Mal passiert, machen die Jugendlichen nie wieder mit“, warnte Daniela Menke vom Stadtjugendring. Marcel Köditz, Streetworker im Kleinen Feld, warnte davor, Sozialarbeiter nur noch dazu einzusetzen, um „für Ruhe zu sorgen“.

Umstritten war der Sinn von Schüler- oder Jugendparlamenten. Lennart Domnick vom Vlothoer Jugendparlament berichtete von seinen Erfahrungen. Sinn mache das nur, wenn so ein Parlament kein Alibi sei, sondern in bestimmten Bereichen mitreden und eigene Projekte umsetzen könne: „Ohne einen eigenen Haushalt, aus dem die Projekte finanziert werden können, oder einen mindestens beratenden Sitz im zuständigen Ausschuss geht das nicht.“ Andere Vorschläge gingen dahin, Schulen stärker einzubinden. „In der Schule könnten Abstimmungen organisiert und die Themen im Unterricht behandelt werden“, schlug Shamail Shahid Qureshi (Jusos) vor. Andreas Rödel (SPD und Sozialarbeiter) setzte sich für die Schaffung „pädagogikfreier Räume“ ein, in den Jugendliche eigene Erfahrungen machen und Ideen entwickeln können.

Zwischen jugendlicher Selbstorganisation und Einbindung in die Strukturen der Kommunalpolitik liegen Welten und unzählige Möglichkeiten – und vor der SPD sicher noch die ein oder andere Diskussion.

© 2012 Neue Westfälische
09 – Herford, Montag 26. November 2012

„Ihr sollt in eurem Leben immer oben mitschwimmen“ –
SPD schließt Projekt „5 unter 25“ ab

Projektabschluss 5 unter 25Projektteilnehmer und Projektleitung blicken gemeinsam mit dem SPD-Kreisvorsitzenden Stefan Schwartze auf das Ende des Projektes „5 unter 25“. Von links: Julian Frohloff (Projektleitung), Panagiota Pappa, Jan Rolfes, Vanessa Pohl, Lennart Domnick, Moritz Mesterheide, Ann Christin Klute (Projektleitung), Jannik Meyer, Lilli Wede, Sandra Kuhfus, Bastian Steinhagen, Moritz Tanner, Daniel Moradi-Kahlou, Jan Seewald, Ste-fan Schwartze (Kreisvorsitzender), Patrick Bruns, Benjamin Moradi-Kahlou und Enes Akdeniz. Es fehlt Jan-Philipp Schnier aus der Projektleitung.

Mit Quietscheentchen, roten Nelken, Urkunden und Geschenken endet das Projekt „5 unter 25“. „Ihr sollt im Laufe eures Lebens immer oben mitschwimmen, wie diese Enten im Wasser“, war dabei der Wunsch der Projektleitung, bestehend aus Ann Christin Klute aus Enger, dem Bünder Jan-Philipp Schnier und dem Herforder Julian Frohloff, mit dem sie die Teilnehmer ins Freie und letzten Endes auch in die SPD entließen.

15 Jugendliche erlebten ein halbes Jahr Politik in der SPD. In den vergangenen fünf Monaten organisierte die SPD gemeinsam mit ihrer Jugendorganisation, den Jusos, verschiedene Kamingespräche, Seminare und Fahrten. Ein Höhepunkt war das Kamingespräch mit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Februar und die Fahrt nach Berlin Anfang Mai.

„Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht, wir könnten ruhig noch fünf Monate dranhängen“, so der 19-jährige Lennart Domnick aus Vlotho. Ebenso begeistert ist die 15-jährige Sandra Kuhfus aus Herford: „An dem Projekt gibt es nichts zu bemängeln; es war super organisiert und ich habe einen Einblick in die Politik bekommen.“ Neben den vielen lobenden Worten bedankten sich die Teilnehmer bei der dreiköpfigen Projektleitung auch mit verschiedenen symbolischen Fotos, die im Laufe des Projekts gemacht worden waren.

Zum Abschluss des Projektes erhielten die Teilnehmer von dem SPD-Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze Urkunden, die von der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft persönlich unterzeichnet sind. Dazu gab es für jeden eine rote Nelke und eine rote Quietscheente.

Für die SPD hat das Projekt einen positiven Abschluss gefunden. Jugendliche konnten nun einmal hautnah Politik auf allen Ebenen erfahren und erleben. Sieben Teilnehmer bleiben der SPD dauerhaft erhalten, da sie sich für eine Mitgliedschaft entschieden haben. Die sechs weiteren wollen es sich noch überlegen, werden aber weiterhin bei den Jusos mitarbeiten und so ihren Einblick noch vertiefen.

Herforder Jusos laden zum politischen Smalltalk ins Jugendzentrum Tott

Herford: Die Herforder Jungsozialisten laden zur ersten AnsprechBar ins Jugendzentrum Tott, Waisenhausstraße, ein. Los geht es am 03.12.2010 ab 18 Uhr. In gemütlicher Runde an der Theke des Jugendzentrums können Kinder und Jugendliche ins Gespräch mit den örtlichen Jusos und dem jüngstem Herforder Ratsmitglied Julian Frohloff kommen. Frohloff, ebenso Vorsitzender der Jusos in Herford: „Wir sind gespannt welche Themen die Kinder und Jugendlichen beschäftigen, sind es die örtlichen Themen, wie das neue Herforder Stadtlogo, der Jugendförderplan oder sind es die bundespolitischen Themen, wie Gesundheitsreform und Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes? Wir werden jedenfalls unser Bestes geben um aufkommende Fragen zu beantworten.“ Mit ihrer Aktionsreihe der AnsprechBar will die Parteijugend der SPD Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen sein, sowie ein Ohr für die Anliegen der jungen Mitbürger haben. Außerhalb der Aktionsreihe in den Jugendzentren sind die Jusos auch im Rahmen ihrer zweiwöchigen Treffen sowie über ihre Homepage www.jusosherford.de und die Social Networks erreichbar.

Mehr Treffpunkte, bitte sehr

Gruppenbild zum Juko-Abschluss: Claudia Griese (hi.) stellte die Ergebnisse des Jugendkongresses 2010 dem stellvertretenden Bürgermeister Andreas Rödel (sitzend, 2. v.r.) und Julian Frohloff (SPD-Ratsmitglied, li. daneben) vor. FOTO: RALF BITTNER

SJD – „Die Falken“ organisieren Jugendkongress und stellen Ergebnisse vor

VON RALF BITTNER
Herford. Im Sommer trugen Mitarbeiter der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) – „Die Falken“ – zusammen, was sich Kinder und Jugendliche von der Stadt wünschen. Ziel war es, ihnen eine Stimme zu geben. Beim abschließenden Jugendkongress (Juko) 2010 im Jugendzentrum „die 9“ überreichten die Anwesenden die Ergebnisse an den stellvertretenden Bürgermeister Andreas Rödel und SPD-Ratsmitglied Julian Frohloff.

Ein Thema, dass an allen Stationen der Falken-Aktion – Glumke, Sattlerweg, Linnenbauerplatz, Nordstadt, Aawiesenpark, Werregärten und Skaterplatz Werrestraße – angesprochen wurde, war der Wunsch nach Raum, um etwas gemeinsam unternehmen zu können. Relativ schnell ließen sich wohl wetterfeste Unterstände bauen, so Claudia Griese, die die Aktion für die Falken koordinierte. „Die müssten gar nicht größer sein als ein Wartehaus an einer Bushaltestelle, und ein Tisch wäre schon Luxus.“ Wichtig ist den Befragten, dass die Treffpunkte nah an den Wohnquartieren sind. Utopischer klingt da schon der Vorschlag, leerstehende Wohnungen als Treffpunkte zu nutzen, wo Senioren die Aufsicht führen oder Hausaufgabenhilfe geben könnten.

Wichtig ist den Falken, dass in der Zukunft Wege gefunden werden, wie Mitsprachemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Lokalpolitik verankert werden können. „Wichtig ist dabei die Kontinuität“, so Griese.

Rödel und Frohloff sehen gute Chancen, dass die Mitbestimmung künftig im Jugendförderplan festgeschrieben wird. Der Juko könnte ein Beispiel sein, wie diese Mitbestimmung aussehen könnte.

Beide Politiker glauben, dass alle Ratsfraktionen den Vorschlägen grundsätzlich offen gegenüberstehen und wollen sich dafür einsetzen, dass das Projekt Juko und die Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss vorgestellt werden können.

© 2010 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Mittwoch 10. November 2010

Jusos unterstützen die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

Pascal Kuhfus, Laura Stühmeier, Julian Frohloff und Meshut Cakar haben zwei Pakete vorbereitet.

Herford: Die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten/innen in der SPD Herford unterstützen die Aktion Weihnachten im Schuhkarton des Vereins Geschenke der Hoffnung. „Wir wollen Kindern in Not eine schönes Weihnachten ermöglichen und haben daher zwei Pakete (ein für eine Mädchen / ein für einen Jungen) gepackt die nun auf die Reise als Weihnachtsgeschenk gehen“ so Julian Frohloff, Vorsitzender der Jusos Herford und Mitglied im Rat der Stadt Herford. Dieses Jahr sollen die Pakete Kindern in Bulgarien, Georgien, dem Kosovo, Moldawien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Weißrussland sowie der Mongolei eine Freude zu Weihnachten bereiten. Wer auch noch ein Geschenk packen will kann diese noch am 06./07.11. sowie am 13./14.11. an der Herforder Sammelstelle (Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Herford, Ravensberger Str. 11 in 32051 Herford) abgeben. Unter http://www.geschenke-der-hoffnung.org kann man sich informieren wie gepackt wird und was in die Pakete darf. Frohloff weiter: „Wir würden uns freuen wenn noch viele Herforderinnen und Herforder die Chance nutzen den Kindern in Not eine Freude zu machen, dabei müssen die Geschenke gar nicht teuer sein, auch Kleinigkeiten können Freude bringen.“

Ein lachendes und ein weinendes Auge – zwei gehen, zwei kommen

Ein lachendes und ein weinendes Auge – zwei gehen, zwei kommen

Julian Frohloff (Mitte) mit Vahit Uyar und David Heuser (von links)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge eröffnete Julian Frohloff, Vorsitzender der Herforder Jusos und Mitglied im Rat der Stadt Herford, die Jahreshauptversammlung der SPD-Parteijugend. Zwei der treusten und aktiven Mitglieder verlassen Herford um ihr Studium in Wien aufzunehmen, darunter auch Vahit Uyar eines der Gründungsmitglieder, welche die Arbeitsgemeinschaft vor 2,5 Jahren in Herford gründeten. Er wird sich in Wien dem Studium der Politikwissenschaften widmen. Als weiteres Mitglied verlässt David Heuser Herford und hinterlässt eine Lücke im Vorstand der Jusos. Dieses ist auch der Grund für die Jahreshauptversammlung, da ein neuer Kassierer formal gewählt werden muss. Auf Heuser folgt nun der vormals stellv. Vorsitzende Pascal Kuhfus als Kassierer. Nebenbei wird er weiterhin als Vertreter fungieren. Frohloff erläutert: „Diese besondere Situation ist dem jungen Alter unserer Mitglieder geschuldet, da der Kassierer mindestens 18 Jahre alt sein muss und neben der Mitgliedschaft bei den Jusos auch SPD Mitglied sein muss.“ Uyar und Heuser wurden mit einen Biografie der großen Sozialdemokraten Helmut Schmidt und einem studentischen Kochbuch in die Ferne verabschiedet. „Wir dachten uns das Kochbuch kann nicht schaden wenn die beiden nun für sich selbst sorgen müssen, aber auch das politische und die Verbundenheit zur Sozialdemokratie soll nicht vergessen werden“ so Frohloff.

Julian Frohloff (Mitte) mit den Neumitgliedern Meshut Cakar und Shamail Shahid Qureshi (von links)

Das lachende Auge galt den zwei Neumitgliedern, welche in der Sitzung begrüßt wurden. Shamail Shahid Qureshi und Meshut Cakar, beide 15 Jahre alt, werden versuchen die entstandene Lücke mit viel Engagement und Tatkraft zu schließen. Die Herforder Jusos sind sich indes einig: „Wir treten für ein offenes, sozialeres und Jugend freundlicheres Herford ein. Jeder der für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität eintritt ist herzlich eingeladen bei uns mitzuarbeiten“. Die Jusos treffen sich alle zwei Wochen im Juso-Keller, Mindener Str. 5 in Herford. Die genauen Terminen können auf der Homepage unter Termine eingesehen werden.